Wo Weihnachten seine Heimat hat

Geschenke und Köstlichkeiten, bis sich die festlich gedeckten Weihnachtstafeln biegen. Dazu die ganze Familie um sich herum – oder eben, das, was man heute unter Familie versteht.

Amazing fairy house decorated at christmas in shape of tea cup with opened door and fireplace inside. Unusual christmas illustration.

Das ist die Kurzversion moderner Weihnacht. Und das sind die Rosinen, die wir uns Jahr für Jahr am 24. Dezember aus der biblischen Erzählung um Maria, Josef und das Jesuskind herauspicken – als feierlichen Lobgesang auf Jesus Christus, seine Begegnung mit den Heiligen Drei Königen und ihren kostbaren Geschenken. Dabei ist die ganze Geschichte – oder die Story dahinter, wie wir heute sagen – auch die Geschichte von Flucht und Zuflucht.

Alles wurde gut

Als Kaiser Augustus eine Volkszählung durchführen ließ, mussten sich alle Familien in ihren Heimatort begeben – so auch die hochschwangere Maria und Josef. In Bethlehem wurde ihnen das erste Mal Zuflucht gewährt. In einem Stall. Die Geburt Jesu. Ihr Glück. Für kurze Zeit. Denn die Drei Weisen aus dem Morgenlande verbreiteten die Botschaft, dass zu Bethlehem ein “neuer König” geboren worden war. König Herodes hatte deshalb die Ermordung aller Erstgeborenen Bethlehems bis zum Alter von zwei Jahren befohlen. Es galt seinen “Konkurrenten” auszuschalten. Die Flucht nach Ägypten war für Maria und Josef die einzige Chance das Leben ihres Kindes zu retten.

Wie das wohl damals war? Die Straßen waren schlecht, das Schuhwerk ursprünglich. Und auch Maria und Josef mussten ihre Familien und ihre Heimat zurücklassen. Es gab kein Smartphone, mit dem sie den Kontakt zu ihren Liebsten aufrechterhalten und Wege in ein sicheres Land finden konnten. Einen Zufluchtsort fanden sie dennoch. In Ägypten. Dank der Warnung eines Engels. Erneutes Glück. Hauptsache in Sicherheit. Um ihrem Kind eine Zukunft schenken zu können.

Alles ist Weihnachten

Noch nie zuvor habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was es bedeutet, sicher zu sein in meiner Heimat. Noch nie war die Weihnachtsgeschichte so gegenwärtig. Denn ganz gleich, was und ob man glaubt oder nicht: Zuflucht zu geben, bedeutet immer auch, dass es weitergeht. Das Leben, die Geschichte, unsere Geschichte. Wo wir das tun, ist dabei nicht wichtig. Wie wir das tun sollten? Vielleicht fangen wir ganz klein an und besinnen uns darauf, wie schön es ist, dass wir uns haben und einen sicheren Ort, an dem wir wir selbst sein dürfen – nicht nur an Weihnachten. Als kleine oder große Familie, als Paar, Patchwork-Familie oder Freunde. Das ist sowieso die schönste Heimat und unser größtes Geschenk.

 

Bild fotolia © determined

 

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About Sabine Saldaña Bravo

Lesen war und ist meine Leidenschaft. Zum Schreiben bin ich erst über Umwege gekommen. Wenn ich mal nicht schreibe – was schon beruflich bedingt recht selten ist – tanze ich gerne Salsa und lese – mal wieder. Alles, was mir in die Quere kommt. Deshalb bin ich am allermeisten auf Eure Geschichten hier gespannt! :-) Ach ja: Mein täglich Brot verdiene ich mir als Texter oder besser als Texterin für Werbetexte rund um Erding und München.
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Über Sabine Saldaña Bravo

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