Storytelling-Tipp der Woche: Zuhören

Es ist die alte Geschichte: Nur wer gut zuhört, kann auch gut erzählen. Doch was genau ist eigentlich „gut zuhören“? img-schreiben

Sie ahnen es schon: Es geht dabei nicht um die wortgenaue Wiedergabe des Erzählten. Vielmehr steckt die schönste Geschichte meist zwischen den Zeilen sowie im Zusammenspiel von Wort und Gestik des Interviewpartners. Zuhören, Zusehen und wirklich dabei sein gehören also ganz eng zusammen und bilden schon ein gutes Fundament für die Entdeckung „Ihrer“ Geschichte. Jawohl „Ihrer“, denn schließlich bringen Sie später zu Papier, was Sie wahr genommen und welche Story Sie dahinter entdeckt haben. Ein anderer Interviewer würde eventuell eine ganz andere Geschichte erkennen.

Aktiv zuhören

Zuhören wird meist als passiv interpretiert. Doch das Gegenteil ist ausschlaggebend für eine gute Kommunikation: das aktive Zuhören. Hierbei signalisieren Sie als Zuhörer Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit durch ehrliche Neugier und Nachfragen sowie durch ausdauerndes Lauschen. Unterbrechen Sie Ihren Gesprächspartner so wenig wie möglich. Bündeln Sie Ihre Fragen und stellen Sie diese am Ende des Interviews. Ganz wichtig: Seien Sie im Hier und Jetzt, vorurteilsfrei und mit dem Blick über den Tellerrand. Trauen Sie sich ungewöhnliche Fragen zu stellen – denn hinter diesen Fragen, abseits von schon 1000 Mal Gefragtem, könnte Ihre Story liegen.

Beispiel für eine ungewöhnliche Frage:

Sie interviewen einen Unternehmer zu seinem 50jährigen Firmenjubiläum. Er leitet die Firma seit rund 25 Jahren bereits in zweiter Generation. Fragen Sie ihn nach seinen ersten Jobs in der Firma, als er noch Teenager war, nach wirklich besonderen oder gar komischen Ereignissen in seiner Ausbildung. Hacken Sie nach, wie es vor 25 Jahren war, die Unternehmensnachfolge anzutreten, wie Werbung damals funktionierte und wie er es geschafft hat, sich als Junior-Chef zu positionieren.

Die Antworten werden Sie überraschen! Und sie zeichnen ein sehr schönes Bild „von der Pike auf“. Das schafft Vertrauen. Dieses müssen Sie nun nur noch in einen schönen Text, eine Story, verpacken. Nichts anderes ist Storytelling.

Basic Instinkts

Absolut grundlegend ist ebenfalls die Vorbereitung auf das Interview. Denn nicht nur im Moment entstehen Geschichte, sondern eben in der Symbiose aus Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft und Persönlichkeit. Bewahren Sie auf jeden Fall die emotionale Distanz zum Interviewpartner, aber auf keinen Fall zu Ihrem untrüglichen Gespür für gute Geschichten. Denn auch den sollten Sie mitbringen, wenn Sie im Rahmen Ihres Content-Marketings das Stilmittel des Storytelling einsetzen: einen gewissen Spürsinn.

Perfekt ergänzt mit ausgeprägter Vorstellungskraft, entstehen meist schon beim Zuhören erste Bilder im Kopf. Diese Visualisierungen, eine Mixtur aus Hören, Wissen und Spüren, sind meist schon der perfekte Impuls für die Story.

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About Sabine Saldaña Bravo

Lesen war und ist meine Leidenschaft. Zum Schreiben bin ich erst über Umwege gekommen. Wenn ich mal nicht schreibe – was schon beruflich bedingt recht selten ist – tanze ich gerne Salsa und lese – mal wieder. Alles, was mir in die Quere kommt. Deshalb bin ich am allermeisten auf Eure Geschichten hier gespannt! :-) Ach ja: Mein täglich Brot verdiene ich mir als Texter oder besser als Texterin für Werbetexte rund um Erding und München.
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Über Sabine Saldaña Bravo

Lesen war und ist meine Leidenschaft. Zum Schreiben bin ich erst über Umwege gekommen. Wenn ich mal nicht schreibe – was schon beruflich bedingt recht selten ist – tanze ich gerne Salsa und lese – mal wieder. Alles, was mir in die Quere kommt. Deshalb bin ich am allermeisten auf Eure Geschichten hier gespannt! :-) Ach ja: Mein täglich Brot verdiene ich mir als Texter oder besser als Texterin für Werbetexte rund um Erding und München.

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