Spinn I oder spinning I?

Wer sich noch an mein Resümee des Radausflugs an den Kalteer See im vergangenen Sommer erinnern kann, der weiß: Radfahren gehört nicht zu meinen favorisierten Sportarten. Zwar radele ich ganz gerne und oft in meiner kleinen Stadt umher – mit dem Auto ist ja kein Durchkommen mehr. Und Parkplätze? Lustig!

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Aber sobald es, sagen wir mal, echte Kraft erfordert, um von der Stelle zu kommen, macht mein Geist auf dem Rad nicht mehr mit. Und mein Körper irgendwie auch nicht. Und da ohne Wille eben kein Weg, fiel bei meiner Radpremiere „Auf nach Kaltern“ schon vor dem Ende des ersten Akts der Vorhang. Radfahren war wieder nur was für die Ebene und ohne Anstrengung. Bis vor wenigen Wochen. Das war ich das erste Mal beim Spinning.

Schweiß auf Gänsehaut

48 Spinning-Räder sind treppenförmig in einem separaten, schalldichten Raum in meinem Fitness-Studio aufgebaut. Das weiß ich seit sechs Jahren. Mitmachen wollte ich da schon immer mal. Aber irgendwie hatte ich auch ein wenig Angst, nicht durchzuhalten. In Begleitung und unter Anweisung einer Freundin, die das Spinning sauguad findet, stellte ich mein Rad richtig ein und radelte mich ganz ohne Widerstand – den muss oder besser kann man selbst regulieren – ein. Etwa 20 Minuten trat ich also völlig unengagiert in die Pedale. Plötzlich war der Saal knallvoll. Die Trainerin stieg aufs Rad. Das Licht ging aus, die Musik an. Und: Aktion! Und ich kann nur sagen: Seitdem bin ich süchtig nach dieser Art des Radfahrens mit Antriebsmusik vom Feinsten und völliger Glückseligkeit, wenn der Krafteinsatz die Schweißtropfen auf der Gänsehaut zum Tanzen bringt. Ich sag nur: Endorphine satt. Und das mir.

Gut für Geist und Nacken

Denn neben meiner chronischen Bergauf-Unlust strengt mich das Radfahren auf richtigen Straßen und Wegen auch im Nacken ziemlich an. Ohne jetzt aus meiner Krankheitshistorie plaudern zu wollen, muss ich diesem Zusammenhang einfach erwähnen, dass ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule, es bis heute nicht schätzt, wenn ich meinen Hals überstrecke. Das muss ich beim Radeln aber, zumindest, wenn ich auch die anderen Verkehrsteilnehmer und meinen Weg im Blick haben will. Nach einer Weile Outdoor-Biken jault jedenfalls mein Genick und hört damit auch erst einmal nicht auf.

Beim Spinning kann ich abtauchen, also den Kopf in Verlängerung des Nackens einfach hängen lassen. Ich kann sogar die Augen schließen, da ich ja nichts sehen muss. Das ist, wie soll ich sagen, genau Meins! Schmerzfrei schaurig schön. Und als I-Düpferl entspringt meinem Geist nach so einer Spinning-Stunde auch noch eine gute Idee. Zum Beispiel zu dieser Geschichte. Also: Sollte ich mal wieder spinnen, sehen Sie es mir nach. Es macht mich halt einfach glücklich.

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About Sabine Saldaña Bravo

Lesen war und ist meine Leidenschaft. Zum Schreiben bin ich erst über Umwege gekommen. Wenn ich mal nicht schreibe – was schon beruflich bedingt recht selten ist – tanze ich gerne Salsa und lese – mal wieder. Alles, was mir in die Quere kommt. Deshalb bin ich am allermeisten auf Eure Geschichten hier gespannt! :-) Ach ja: Mein täglich Brot verdiene ich mir als Texter oder besser als Texterin für Werbetexte rund um Erding und München.
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Über Sabine Saldaña Bravo

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