Kategorie-Archiv: Weihnachtsgeschichten

Der eine feine Weihnachtsmoment

Es gibt Momente, die lassen sich nicht allein in Worte fassen. Deshalb greifen Groß und Klein immer häufiger zu den allseits beliebten Emoticons zurück. Die sind klein, niedlich, mehr oder weniger aussagekräftig und: sie sparen einem die ganze Schreiberei Drumherum. Die ist ja irgendwie auch lästig, raubt nur Zeit, die man echt für Wichtigeres dringend braucht. Eben.

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Und so wollte ich in diesem Jahr eigentlich anstatt einer Weihnachts-geschichte einfach mal ein buntes Potpourri an Emoticons aneinander-reihen – oder noch besser – wild durcheinander mischen. Dann könne sich jeder seine eigene Weihnachtsgeschichte daraus basteln. So der ehrgeizige Plan bis zu diesem einen feinen Moment im September.

Bild © Fotolia Bildagentur Nr. 83955554/ Gestaltungszusatz Karin Hofmaier

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Wo Weihnachten seine Heimat hat

Geschenke und Köstlichkeiten, bis sich die festlich gedeckten Weihnachtstafeln biegen. Dazu die ganze Familie um sich herum – oder eben, das, was man heute unter Familie versteht.

Amazing fairy house decorated at christmas in shape of tea cup with opened door and fireplace inside. Unusual christmas illustration.

Das ist die Kurzversion moderner Weihnacht. Und das sind die Rosinen, die wir uns Jahr für Jahr am 24. Dezember aus der biblischen Erzählung um Maria, Josef und das Jesuskind herauspicken – als feierlichen Lobgesang auf Jesus Christus, seine Begegnung mit den Heiligen Drei Königen und ihren kostbaren Geschenken. Dabei ist die ganze Geschichte – oder die Story dahinter, wie wir heute sagen – auch die Geschichte von Flucht und Zuflucht.

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Warum Weihnachten weiß und still ist

Draußen hat es 31 Grad und ich esse Lebkuchen. Ich mache das zum ersten Mal und ganz ehrlich, es schmeckt irgendwie unpassend. Viel zu schwer. Und doch esse ich weiter. Aber nicht ganz so lange, wie bei winterlichen Temperaturen. Ich bin schneller satt und irgendwie spüre ich das ganze Fett auch schneller. Auf den Hüften und in meiner „Mitte“. An Weihnachten denke ich dabei nicht. Eher an meine Wäsche. Die aus dem Sommerurlaub.

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Da komme ich nämlich gerade her. Wie immer führt mich der Weg nach meiner Ankunft zuhause recht bald in den nächsten Supermarkt. Einkaufen eben. Und dieses Mal, Ende August, ist nicht nur der Urlaub endgültig vorbei, sondern, so scheint es, irgendwie schon das ganze Jahr. Es weihnachtet im Supermarkt und ich kaufe Lebkuchen. Aus reiner Neugier. Denn ich stecke noch mitten im Jahr. Es ist ein gutes Jahr. Das Jahr, in dem in meinem Einkaufswagen Grillfleisch neben Weihnachtsgebäck liegt.

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Weihnachten „Gefällt mir“

Ich habe es getan. Ich bin in Facebook und habe fünf Freunde. Im realen Leben ist das eine schöne Anzahl, denn wer ist schon wirklich ein Freund? In Facebook ist das nichts. Ich bin ein einsamer Wolf, der keine Gefällt-mir-oder-Gefällt-mir-nicht-Daumen verteilt und keine Party-, Tier- und Promifotos kommentiert, ja noch nicht mal ein eigenes Bild von sich präsentiert.

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Darauf habe ich verzichtet. Diesen Part hat mein pubertierender Nachwuchs für sich reserviert. Und das ist auch der eigentliche Grund, weshalb ich in Facebook bin. Ich kontrolliere mein Kind. Online. Und dabei bin ich nicht allein.

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Als Weihnachten seine Erwartungen verlor

„Kennen Sie schon unser kostenloses Postbank-Giro-Plus?“ säuselte der aggressionsresistente junge Post-Mann der wohl hundertsten Kundin in den letzten zwei Stunden mit einem einstudierten Lächeln entgegen. Ohne einen Hauch des Gespürs für die unglaubliche Hektik in der ach so staaden Vorweihnachtszeit leierte er diesen Spruch unaufgefordert jedem entgegen, der es wagte, seinen Schalter mit so einem banalen Anliegen wie Briefmarken kaufen oder Paket aufgeben aufzusuchen.

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Damals, als die Post auf genau diesem Fundament ihre Existenz begründete, fand ich es immer ziemlich klasse Briefe aufzugeben. Denn da durfte ich die Briefmarken abschlecken. Die schmeckten immer so süßlich, klebrig. Ich stellte mir dabei vor, wie es wohl so sei, als Brief auf Reisen. Ob man da etwas sehe von der großen weiten Welt? Ob der Briefträger manchmal gerne wissen würde, was da Schönes drinstehe, in dem Brief mit der angesabberten Marke drauf? Welche Geheimnisse? Welche Überraschungen?

Das interessiert heute Niemanden mehr. Denn alle Geheimnisse dieser Welt, werden frei Haus über Facebook gepostet. Und das hat manchmal eher einen bitteren Geschmack.

 

Jetzt war ich endlich dran. Drei Briefmarken à 55 Cent brauchte ich. Meine Weihnachtspost. Von Jahr zu Jahr verschickte ich weniger Weihnachtsbriefe, dafür mehr E-Mails mit lustigen Anhängen und schnelle SMS, an jeden, der mir grad so einfiel am Heiligen Abend zwischen spätem Frühstück und letztem Geschenkeinpacken. Da wünschte ich dann immer „viele Geschenke“. Warum eigentlich?

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