Kategorie-Archiv: Nachdenkliche Geschichten

Luft nach oben

Schon wieder Berlin. Oder besser: endlich wieder. Diesmal im Wintergrau. Eine völlig neue Erfahrung. Da wirkt die Stadt ehrlicher, lichter. Total transparent. Kein frisches Grün täuscht über das Echte dieser Stadt hinweg. Das muss man mögen, vor allem, wenn man wie wir aus dem scheinbar schönen Bayern kommt. Dem Schicki-Micki der Nation. Dem sauberen Vorzeige-Bundesland. Vielleicht gefällt es mir gerade deshalb so gut in Berlin.  20170205_124255Jedenfalls an manchen Stellen. Denn natürlich würde dieser Stadt ein wenig mehr Aufmerksamkeit gut zu Gesichte stehen. Mehr Achtsamkeit. Im Kleinen wächst da Wunderbares. Wie schön, dass ich es entdecken durfte. Natürlich mit meiner Familie. Das hatte ich jetzt fast vergessen: Sie ist ja der eigentliche Grund für Berlin, für meine ganz persönliche Freude und immer wieder ein Fest und diesmal auch für ziemlich viel „gucke mal“ … 

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Vogelproblem

Wir nennen sie mal M und sie ist die Mutter einer kleinen Vogelfamilie mit 3 Kindern, ihrem Mann und dem Opa. Man ernährte sich wie die anderen Vögel, man aß Früchte, Beeren, Würmer etc.

Die Kinder waren noch sehr klein, konnten gerade ein wenig fliegen, aber bei der Essenssuche mussten Vater und Mutter noch helfen. Saldana_regenbogen

Es war eine glückliche Familie.

M besuchte manchmal einen Strauch mit Früchten und aß diese sehr gerne. Am Anfang war es nur einmal die Woche, danach jeden Tag. Zuerst freuten sich die Kinder, dass die Mutter nach dem Genuss der Beeren so lustig und ausgelassen war. Aber mit der Zeit bemerkten sie, dass die Mutter sich von der Familie zurückzog und immer mehr ihr eigenes Leben führte.

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Schon wieder ein neues Jahr

Ganz ehrlich? Allein schon die Bezeichnung „neues Jahr“ setzt mich irgendwie unter Druck. Jedes Mal nach jedem 1. Januar habe ich das Gefühl, ich müsste etwas ändern. Dinge anders machen. Besser werden. In jeder Hinsicht. Als ob ich nicht gut genug wäre, oder als ob das vergangene Jahr komplett nix war.

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Allein diese Gedanken sind irgendwie einschneidend. Denn eigentlich mag ich Veränderungen nicht so gerne. Also ab und zu mal etwas anderes sehen, essen oder hören, da bin ich dabei. Aber wirklich etwas verändern möchte ich nicht. Ja, ja, ich sehe nun schon den einen oder anderen seinen Kopf schütteln: „mei, ist die faad“. Mir ist aber gar nicht faad. Jedenfalls nicht mit mir. Und mit meinem Leben ist mir schon gar nicht langweilig. Weil das so ist, habe ich eine große Befürchtung: Ich glaube, ich bin zufrieden.

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