Kategorie-Archiv: Erdinger Geschichten

Hier freue ich mich auf schöne Texte und Geschichten, die Erding spielen, von Erdinger Autoren kommen oder in denen Erding eine wichtige Rolle spielt.

Sieht gut aus: Besuch im Warteraum Erding

Seit ein paar Jahren träumt mein Lebensgefährte einen echt irren Wohntraum: Er und ich zusammen in einem krass renovierten Hangar. Anlass für diese eigentlich ganz schön coole Idee war natürlich die Ankündigung zur Auflösung des Fliegerhorstes Erding vor nunmehr gut 6 Jahren. Erste Wahl ist ein Hangar mit Ausrichtung nach Süden. Statt des riesigen Tores könnte eine Glasfassade unser geträumtes Zuhause in Szene setzen. Die Krönung: ganz oben mein Büro mit Blick zur Sonne – zur Inspiration.

the beach

Ab morgen wird eben dieser Hangar tatsächlich bewohnt. Von Flüchtlingen. Bis zu 72 Stunden sollen sie in so genannten Sheltern unterbracht werden. Eine der ehemaligen Flugzeuggaragen dient als Sanitätsstation, weitere gigantische Zelte erfüllen ihre Funktion als Zwischenlager und Verpflegungsstationen. Heute war dort Tag der offenen Tür. Das erste Mal habe ich mir unser Traumhaus aus der Nähe angesehen.

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Leidenschaft mit Kettensäge

Eines vorneweg: Ich bin keine Kunstkritikerin. Nur Ausstellungs-Besucherin, oder besser: Beobachterin und Zuhörerin. Was mir dabei schon immer am besten gefallen hat, war das, was nicht Jeder sieht. Oder was ein Jeder anders sieht. Das also, was zwischen den Zeilen und Pinselstrichen – in diesem Falle – zwischen Baum-Mark und Rinde zu lesen und zu spüren ist. Wie die Anziehungskraft der Skulptur mit der Nummer 15. Fast schüchtern benannt als „Paar“. Vom Künstler Harry S. In seiner Ausstellung „Schwarzbrennd“.

BILD

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tempo 30 in Erding – jetzt aber mal „oba vom Gas“!

So, jetzt ist sie da. Die ultimative Verkehrsentzerrungs- und Wir-haben-uns-wieder-alle-lieb-auf-den-Straßen-von-Erding-Lösung: Tempo 30. IMG_0606

Dies alles auch, um die Radfahrer in der neu-gedachten Radl-Stadt Erding todsicher durch den Verkehr zu bringen, das Leben in der Stadt zu entschleunigen und die Verkehrsteilnehmer ein wenig auf den rechten Weg zu bringen. Was uns das alles kostet, wissen wir auch: einen Haufen Geld, bewusst herbeigeführte Staus und kaputte Felgen von tückisch eingefädelten Stolperbordsteinen. Was wir dabei gewinnen können, wird so mancher Neologismus sein – auf Deutsch eine „Wortneuschöpfung“. Als Ergebnis des gegenseitigen Verfluchens von Radlern, Autofahrern und Fußgängern.

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„… dann lässt es der Klaus auch mal schön laufen…“

Klaus H. ist querschnittsgelähmt und fährt Gespann. Seit 20 Jahren jeden Tag. Und Frau Christine fährt mit.

Autofahren war noch nie sein Ding. Obwohl Klaus, 55 Jahre und im Landkreis Erding zuause, den Autoführerschein hat, fährt er lieber Motorrad. Schon immer. Auch nach seinem Unfall vor nunmehr 20 Jahren war für ihn klar: Ich will wieder Motorrad fahren. Und er fährt. Nur keine Solomaschinen mehr, sondern Gespann. Im Sommer wie im Winter, zwischen 15.000 und 20.000 Kilometer pro Jahr.Saldana_10_Fahrfoto_neu

Auf den ersten Blick ist kein Unterschied zu sehen, nur eine Vorliebe für italienische Motorräder. Drei Moto Guzzi-Gespanne und ein Moto Morini-Gespann parken in der Garage, darunter das Urlaubsgespann – weil da der große Alukoffer am besten Platz hat – und ein Wintergespann für Fahrten bei Schnee und Eis. „Das Streusalz hinterlässt seine Spuren. Die möchte ich nicht an all meinen Maschinen haben“, so der passionierte Motorradfahrer aus Oberbayern. Schließlich fährt er jeden Tag mit einem Gespann in die Arbeit und hin und wieder zu einem „Familientreffen“, also einem Moto-Guzzi- oder Ducati-Treffen, aber auch zum einstigen Moto-Guzzi-Werk nach Mandello de Lario – „natürlich“ bei jedem Wetter. Darauf, dass seine Maschinen dabei gut in Schuss sind, legt er viel Wert, nicht nur aus Sicherheitsgründen. Alle Maschinen sind gepflegt und in optischem wie auch technischem Bestzustand. Dafür sorgt Klaus in seiner an die Garage angrenzenden Werkstatt meist selber. Die Motorräder sind seine Leidenschaft, sein Hobby und – im wahrsten Sinne des Wortes – sein Antrieb.

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Es klingelte und klingelte. Ich tobte und tobte.

 

 

Ich war einmal jung. Richtig jung und jugendlich, also so zwischen DSC0020212 und 20 Jahren, und zwar in Erding. Wer nun in den 80er Jahren ebenfalls in der oberbayerischen Kleinstadt mit dem bekannten Bier aufwuchs, der weiß was das bedeutete: Gähnende Langeweile für Teens und Twens. Zumindest auf den ersten Blick und ganz besonders aus der Perspektive junger Mädels und Burschen von Heute, dem Zeitalter von Führerschein mit 17, Facebook und einem eigenen, mobilen Telefonanschluss.  

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