Archiv für den Autor: Sabine Saldaña Bravo

Über Sabine Saldaña Bravo

Lesen war und ist meine Leidenschaft. Zum Schreiben bin ich erst über Umwege gekommen. Wenn ich mal nicht schreibe – was schon beruflich bedingt recht selten ist – tanze ich gerne Salsa und lese – mal wieder. Alles, was mir in die Quere kommt. Deshalb bin ich am allermeisten auf Eure Geschichten hier gespannt! :-) Ach ja: Mein täglich Brot verdiene ich mir als Texter oder besser als Texterin für Werbetexte rund um Erding und München.

Alle sagen Content ist ein Trend. Ich nenne gute Inhalte einfach verbraucherbfreundlich

Content hin oder her: waren es nicht schon immer die inneren Werte, die ein Produkt, eine Dienstleistung oder eine Veranstaltung ausgezeichnet haben? Social Network - Word Cloud

In den Anfangsjahren des Online Marketings wurde das nur einfach hintan gestellt – das war damals dumm, und das ist es auch heute noch. Deshalb ist es nicht nur für Marketer schön, dass sie sich endlich mal wieder mit Inhalten beschäftigen dürfen – in erster Linie kommen gut aufbereitete und verständlich erklärte Inhalte natürlich den Verbrauchen zugute. Und sind wird denn nicht alle auch Verbraucher?

 

 

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Spinn I oder spinning I?

Wer sich noch an mein Resümee des Radausflugs an den Kalteer See im vergangenen Sommer erinnern kann, der weiß: Radfahren gehört nicht zu meinen favorisierten Sportarten. Zwar radele ich ganz gerne und oft in meiner kleinen Stadt umher – mit dem Auto ist ja kein Durchkommen mehr. Und Parkplätze? Lustig!

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Aber sobald es, sagen wir mal, echte Kraft erfordert, um von der Stelle zu kommen, macht mein Geist auf dem Rad nicht mehr mit. Und mein Körper irgendwie auch nicht. Und da ohne Wille eben kein Weg, fiel bei meiner Radpremiere „Auf nach Kaltern“ schon vor dem Ende des ersten Akts der Vorhang. Radfahren war wieder nur was für die Ebene und ohne Anstrengung. Bis vor wenigen Wochen. Das war ich das erste Mal beim Spinning.

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Schon wieder ein neues Jahr

Ganz ehrlich? Allein schon die Bezeichnung „neues Jahr“ setzt mich irgendwie unter Druck. Jedes Mal nach jedem 1. Januar habe ich das Gefühl, ich müsste etwas ändern. Dinge anders machen. Besser werden. In jeder Hinsicht. Als ob ich nicht gut genug wäre, oder als ob das vergangene Jahr komplett nix war.

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Allein diese Gedanken sind irgendwie einschneidend. Denn eigentlich mag ich Veränderungen nicht so gerne. Also ab und zu mal etwas anderes sehen, essen oder hören, da bin ich dabei. Aber wirklich etwas verändern möchte ich nicht. Ja, ja, ich sehe nun schon den einen oder anderen seinen Kopf schütteln: „mei, ist die faad“. Mir ist aber gar nicht faad. Jedenfalls nicht mit mir. Und mit meinem Leben ist mir schon gar nicht langweilig. Weil das so ist, habe ich eine große Befürchtung: Ich glaube, ich bin zufrieden.

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Warum Weihnachten weiß und still ist

Draußen hat es 31 Grad und ich esse Lebkuchen. Ich mache das zum ersten Mal und ganz ehrlich, es schmeckt irgendwie unpassend. Viel zu schwer. Und doch esse ich weiter. Aber nicht ganz so lange, wie bei winterlichen Temperaturen. Ich bin schneller satt und irgendwie spüre ich das ganze Fett auch schneller. Auf den Hüften und in meiner „Mitte“. An Weihnachten denke ich dabei nicht. Eher an meine Wäsche. Die aus dem Sommerurlaub.

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Da komme ich nämlich gerade her. Wie immer führt mich der Weg nach meiner Ankunft zuhause recht bald in den nächsten Supermarkt. Einkaufen eben. Und dieses Mal, Ende August, ist nicht nur der Urlaub endgültig vorbei, sondern, so scheint es, irgendwie schon das ganze Jahr. Es weihnachtet im Supermarkt und ich kaufe Lebkuchen. Aus reiner Neugier. Denn ich stecke noch mitten im Jahr. Es ist ein gutes Jahr. Das Jahr, in dem in meinem Einkaufswagen Grillfleisch neben Weihnachtsgebäck liegt.

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Weihnachten „Gefällt mir“

Ich habe es getan. Ich bin in Facebook und habe fünf Freunde. Im realen Leben ist das eine schöne Anzahl, denn wer ist schon wirklich ein Freund? In Facebook ist das nichts. Ich bin ein einsamer Wolf, der keine Gefällt-mir-oder-Gefällt-mir-nicht-Daumen verteilt und keine Party-, Tier- und Promifotos kommentiert, ja noch nicht mal ein eigenes Bild von sich präsentiert.

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Darauf habe ich verzichtet. Diesen Part hat mein pubertierender Nachwuchs für sich reserviert. Und das ist auch der eigentliche Grund, weshalb ich in Facebook bin. Ich kontrolliere mein Kind. Online. Und dabei bin ich nicht allein.

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Als Weihnachten seine Erwartungen verlor

„Kennen Sie schon unser kostenloses Postbank-Giro-Plus?“ säuselte der aggressionsresistente junge Post-Mann der wohl hundertsten Kundin in den letzten zwei Stunden mit einem einstudierten Lächeln entgegen. Ohne einen Hauch des Gespürs für die unglaubliche Hektik in der ach so staaden Vorweihnachtszeit leierte er diesen Spruch unaufgefordert jedem entgegen, der es wagte, seinen Schalter mit so einem banalen Anliegen wie Briefmarken kaufen oder Paket aufgeben aufzusuchen.

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Damals, als die Post auf genau diesem Fundament ihre Existenz begründete, fand ich es immer ziemlich klasse Briefe aufzugeben. Denn da durfte ich die Briefmarken abschlecken. Die schmeckten immer so süßlich, klebrig. Ich stellte mir dabei vor, wie es wohl so sei, als Brief auf Reisen. Ob man da etwas sehe von der großen weiten Welt? Ob der Briefträger manchmal gerne wissen würde, was da Schönes drinstehe, in dem Brief mit der angesabberten Marke drauf? Welche Geheimnisse? Welche Überraschungen?

Das interessiert heute Niemanden mehr. Denn alle Geheimnisse dieser Welt, werden frei Haus über Facebook gepostet. Und das hat manchmal eher einen bitteren Geschmack.

 

Jetzt war ich endlich dran. Drei Briefmarken à 55 Cent brauchte ich. Meine Weihnachtspost. Von Jahr zu Jahr verschickte ich weniger Weihnachtsbriefe, dafür mehr E-Mails mit lustigen Anhängen und schnelle SMS, an jeden, der mir grad so einfiel am Heiligen Abend zwischen spätem Frühstück und letztem Geschenkeinpacken. Da wünschte ich dann immer „viele Geschenke“. Warum eigentlich?

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Leidenschaft mit Kettensäge

Eines vorneweg: Ich bin keine Kunstkritikerin. Nur Ausstellungs-Besucherin, oder besser: Beobachterin und Zuhörerin. Was mir dabei schon immer am besten gefallen hat, war das, was nicht Jeder sieht. Oder was ein Jeder anders sieht. Das also, was zwischen den Zeilen und Pinselstrichen – in diesem Falle – zwischen Baum-Mark und Rinde zu lesen und zu spüren ist. Wie die Anziehungskraft der Skulptur mit der Nummer 15. Fast schüchtern benannt als „Paar“. Vom Künstler Harry S. In seiner Ausstellung „Schwarzbrennd“.

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„Deine blauen Augen machen mich so sentimental“

Dieser Titel ist natürlich geklaut, oder sagen wir mal geborgt. Aus der guten alten Neuen Deutschen Welle-Zeit. Also von damals, als es noch keine Handys, WhatsApp und Lounge-Bars gab. Und noch niemanden, in meiner Welt, auf den diese Zeile sprichwörtlich wie die Faust aufs Auge gepasst hat. Oder besser: wie das Fäustchen. Denn seit ein paar Tagen hats mich erwischt. Ich bin verliebt. Aber anders. Völlig unerotisch.

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Und doch wird mir ganz warm ums Herz, wenn ich an sie denke. Meine erste und einzige Nichte, die mich so warm und ehrlich angelächelt hat, dass ich mehrmals kurz hinter mich schauen musste. Nur um sicher zu gehen, dass sie wirklich mich gemeint hat, mit ihrer zahnlosen Charmeoffensive. Hat sie. Und plötzlich wünsche ich mir, wieder mehr Kleinkind zu sein.

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Shopping dahoam oder „Wahnsinn Größe 36!“

Es ist dieser eine unbeschreibliche Moment, der keine Ratio mehr zulässt, der mir eine freudige Röte ins Gesicht zaubert und der vergessen lässt, das ich mich auf der Zielgerade zum 50ten befinde und meine Hüften in der sicheren Weichheit eines zum Mensch gewordenen Knödelteigs gefangen sind. Es ist der Moment, in dem Margrit, die Heilsbringerin des mobilen „Kleiderschranks“, beim Anprobieren einer Jeans in Größe 38 laut, deutlich und für alle verständlich zu mir sagt: „Größe 38 ist dir vieeel zu groß. Nimm doch die 36!“

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Ich muss wohl nicht erwähnen, dass ich diese Jeans in Größe 36 auch gekauft hätte, wenn sie sich in grellem pink mit einem Hauch von Apfelgrün und strukturschwachem Pepita-Muster so formvollendet an mich herangeschmiegt hätte. Hat sie aber nicht. Ebenso wenig wie der Rest der zweimal im Jahr bei meiner Freundin Manu hereinschwebenden Kollektion eines dänischen Modelabels, welches Mode für erwachsene Frauen in normalen Größen, und nicht in minimal-italienischen Kindergrößen, anbietet. Das Vertriebskonzept: vergleichbar mit Tupperware, die Mode kommt zur Gastgeberin nach Hause. Das Modekonzept: Mode für Frauen mit normalen Figuren. Das Erfolgsgeheimnis: Margrit Holzmüller – die süßeste Verführung, seit es meine Taille nicht mehr gibt.

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Tempo 30 in Erding – jetzt aber mal „oba vom Gas“!

So, jetzt ist sie da. Die ultimative Verkehrsentzerrungs- und Wir-haben-uns-wieder-alle-lieb-auf-den-Straßen-von-Erding-Lösung: Tempo 30. IMG_0606

Dies alles auch, um die Radfahrer in der neu-gedachten Radl-Stadt Erding todsicher durch den Verkehr zu bringen, das Leben in der Stadt zu entschleunigen und die Verkehrsteilnehmer ein wenig auf den rechten Weg zu bringen. Was uns das alles kostet, wissen wir auch: einen Haufen Geld, bewusst herbeigeführte Staus und kaputte Felgen von tückisch eingefädelten Stolperbordsteinen. Was wir dabei gewinnen können, wird so mancher Neologismus sein – auf Deutsch eine „Wortneuschöpfung“. Als Ergebnis des gegenseitigen Verfluchens von Radlern, Autofahrern und Fußgängern.

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