Archiv für den Monat: November 2015

Mit Schwund ist zu rechnen

Wir sitzen schon seit fast einer Stunde beim Frühstück in 1.800 m Höhe in der Hütte. Eigentlich wollten wir schon längst wieder auf den Mopeds sitzen und durch den Nationalpark Hohe Tauern fräsen. Tom tut seinen Unmut über die sinnlose Hockerei dadurch kund, dass er sich nicht mehr am Gespräch beteiligt und langsam seinen Kopf auf Gelis Schulter sacken lässt. Jetzt rutscht er auch noch demonstrativ seinen Stuhl herunter bis er vom Tisch eingeklemmt wird. Alle erhöhen den Blutdruck und werden hektisch, nur Tom nicht; der hat auf Standby geschaltet. DSC_0252

Nachdem wir ihn aus der Zwangslage zwischen Stuhl und Tisch befreit haben und er flach auf dem Boden liegt, verpassen Geli und ich ihm ein paar kräftige Watschn; sie zarter, ich stärker. Interessiert den Tom aber nicht wirklich, er ändert nur die Gesichtsfarbe von Normal auf Rot. Wenn er weiter keinen Muckser macht, sollte er bald Blau anlaufen. Deswegen versuche ich schon mal den Mund für eine Beatmung zu öffnen, aber der Kerl weigert sich; wenigstens die Kiefer- und Schließmuskeln funktionieren noch, ansonsten liegt er schlaff da, wie ein nasses Handtuch. Kurz bevor ich mir ernsthaft Sorgen mache und nachdem die Hüttenwirtin mit dem Handy in der Hand fragt ob sie den Hubschrauber rufen soll, kommt Tom wieder zu sich und fragt, warum er eigentlich auf dem Boden liegt.

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